Montag, 2. November 2009

Zurück aus Budapest

Drei Tage Budapest sind natürlich zu kurz um alles zu sehen, wir werden im Januar noch einmal drei Tage nachsetzen. Das zeigt schon, es hat uns gefallen. Mit erstaunlicher Ruhe haben wir gelassen zur Kenntnis genommen, daß wir beide Digitalkameras zu Hause hatten liegen lassen. Daher gibt es nur Bilder vom Blackberry unter dem Motto "besser als nichts" :-)

Der Ausblick von Buda aus (Budapest ist zweigeteilt -- in Buda und Pest, Buda ist der bergige Teil) Richtung Pest war Dank des Wetters großartig. Herbst in Ungarn mit Sonnenschein und traumhafter Luft und Blick auf die Donau.


Das ungarische Parlament, ziemlich überdimensioniert! Es ist 268 Meter lang, neogotischer Baustil. Mittlerweile nutzt man das Parlamentsgebäude für Repräsentationen aller Art, die Kronjuwelen und die Stephanskrone werden dort aufbewahrt.


Die Türme der Fischerbastei, die heute nur mehr Dekorationszwecken dient.


Die Greifvögel im Burgbereich sind Touristenattraktion, die Geschichte darum ist etwas ... mythisch ;-) Anno 800irgendwas wurde die süße Emese von einem Turol (Mittelding zwischen Adler und Falke) geschwängert.  Und das glauben wir natürlich alle sofort. In den ungarischen Sagen kommt dieser Turol jedenfalls immer wieder vor, er hat auch angeblich die Ungarn nach Pannonien geführt. Heute ist er Symbol für den Ursprung Ungarns und wohin das Auge in Budapest auch nur blickt: ein Greifvogel ist immer irgendwo abgebildet.


Nostalgisch ist die Seilbahn von der Kettenbrücke auf den Budaer Berg.  Am Fuß der "Siklo" (Seilbahn) ist der 0 Stein zu finden. Von dem aus werden in Ungarn alle Entfernungen gemessen.


Runter vom Berg und ab nach Pest. Das ist nicht die Kuppel einer Kirche, sondern einer Einkaufsstrasse. Uralt und wunderschön, wohltuend nach dem Spaziergang durch den nicht so von Touristen frequentierten Teil. Der hatte uns umgehauen. Es gibt keine Hausmauer, die nicht beschmiert ist. Keine Auslage, die nicht zerkratzt oder zerschlagen ist. Das Obdachlosenproblem ist zwar ein weltweites, allerdings Ungarn dürfte es erfunden haben. In keiner europäischen Stadt habe ich bisher so viele Unterstandslose gesehen, unter jedem Torbogen "wohnt" ein Mensch mit seiner Plastiktaschensammlung.
Den Ungarn nach handelt es sich um ein "Zigeunerproblem", die offiziellen Zahlen liegen bei 250.000 Roma, die inoffiziellen bei 1.000.000 :-( Es ist ein furchtbarer Anblick, der einen im kalten November nicht unbewegt lässt.

Was eine echte Quilterin, die sieht in jedem Mosaikboden einen Quilt. Der wunderschön gestaltete Boden ist auch Teil einer Einkaufspassage.


Nicht nur die Sehenswürdigkeiten haben mir zeitweise den Atem geraubt, was nicht allzuschwer war bei hunderten von Stufen! Aber dieses kleine Geschäft in der Einkaufsstrasse hat mich komplett begeistert, verzückt, gefesselt ...... 
Weihnachten! Trotz des enormen Gedränges in diesem winzigen Geschäft waren ein paar Fotos möglich, das ist ein winziger Einblick von dem, was dort geboten wurde. Das Faszinierende liegt im Detail! Frösche auf kleinen Stöckchen, kunstvoll mit Perlen besetzt. Kasperle in allen Farben und Formen, Feen und Elfen, alles weihnachtlich dekoriert. Dazwischen amerikanische Deko mit Rentieren, Tannenbäumen, Holzfiguren usw. Aber das wirklich berauschende an diesem Geschäft sind die Farben. In manchen Bereichen (siehe Foto oben) gibt es so gut wie keine. Beige, gold, cremeweiss, Brauntöne. Oder weiss, das mit dezentem Antikrosa gemischt wird.
Beim nächsten Mal werde ich versuchen ein paar Detailfotos zu machen, die Figuren sind sehenswert! Und so über- und ineinander drapiert, daß man Mühe hat eine einzelne Figur zu erkennen.


Hoteltipp: wer Budapest besichtigen möchte, das Ramada Plaza Hotel aufsuchen. (nicht nur "Ramada", das ist ein anderes Hotel ;-) ). Mit hauseigener Therme, am Abend entspannen bis 22 Uhr im Wellnessbereich, eigene Restaurants und Bars.