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Mittwoch, 15. September 2010

Die schnellsten Knöpfe: B-1 Batchelor Buttons

Weiter geht es mit dem nächsten Blöckchen und einem kleinen Trick dabei. Sonst wäre es langweilig, ich muss euch nicht Blöcke zeigen, die man sowieso nur auf eine einzige Art herstellen kann, das könnt ihr wirklich ganz alleine :)

B-1 Batchelor Buttons, was soll man da schon anders machen können? Vier Kreise vorbereiten, applizieren, fertig ist die Sache. Ist es auch, aber nachdem ich in meinem Jane-Leben schon dutzende Blöcke mit eckigen Kreisen gesehen habe, die aus dem Lot geratene Sitzplätze eingenommen haben als wären sie Betrunkene auf einem Segelschiff, denke ich ein kleiner Tipp könnte für einige verzweifelte Kreisapplizierende nicht schaden ;)


Zu den Vorbereitungen: wir benötigen die Vorlage, mit einer etwas breiteren Nahtzugabe -- ich nehme bei den Appliblöcken meistens 1 Zentimeter (ich weiss, wir nähen in Inch, das stört mich aber nicht weiters - die Blöcke werden nach dem Applizieren zugeschnitten auf das richtige Maß). Dazu ZWEI Stück Stoff, je eines hell und dunkel, in genau der gleichen Grösse wie die Vorlage.
Der gute Sprühkleber, nervenschonendes Quiltzaubermittel! Wer einen zu Hause hat ist schon im Vorteil, fälschlich wird gemeint, er wäre nur zum Sprühheften von Quiltsandwiches gedacht. Total verkehrt, bei mir wird der meiste Kleber beim Applizieren verwendet :)
Man nehme eine Schachtel, auf den Boden derselben legt man den Stoff, den man  für die Farbe seiner Kreise auserwählt hat. Darauf kommt ein winziger Hauch Sprühkleber -- einmal drüberhuschen mit dem Kleber ist ausreichend. Ich kann guten Gewissens nur die Kleber von Sulky und Goldzack für Applikationen empfehlen, sie machen keinen Grauschleier, kleben nur dort wo sie sollen, die Stoffe lassen sich leicht lösen und korrigiert zusammensetzen. Und den allerwichtigsten Effekt der beiden erkläre ich euch dann gleich noch genauer.


Auf den zweiten Stoff wird die Vorlage gelegt, bei der mittlerweile die Kreise sauber ausgeschnitten wurden. Mit einem dünnen Markierstift (bitte keine dicken Aquamarker oder Lilamarker mit Filzspitze verwenden, lieber einen dünnen Druckbleistift 0,5-0,7mm oder einen Fineliner) die Kreise markieren.
Das Stück Stoff mit den sauberen Markierungen wird jetzt auf den, mit Sprühkleber vorbereiteten, Stoff gelegt und festgedrückt. Wer will, kann es dann etwas beiseite legen um es antrocknen zu lassen. Bei unserem Hauch ist das allerdings nicht notwendig, wir können auch gleich weitermachen.

Und jetzt geht´s los: Reverse Applique! Das ist viel einfacher als normale Needle-Turn Applikation :) Mit einer kleinen Nahtzugabe wird der Innenkreis ausgeschnitten --- da muss man eine Breite finden, die einem bequem ist. Und diese Nahtzugabe wird mehrmals eingeschnitten bis zur Markierung, sonst kann man den Stoff nicht nach innen einstülpen und applizieren.
Faustregel: je kleiner die Nahtzugabe, desto weniger Einschnitte braucht man. Je breiter die Nahtzugabe, desto mehr Einschnitte sind nötig. Ich habe gerne eine kleine Nahtzugabe, nehme dafür mehr Applikationsstiche pro Zentimeter und habe weniger Einschnitte ---- aber das ist Geschmacks- und Übungssache.
So geht das, ganz einfach. Ein Zahnstocher erweist sich als sehr hilfreich, das ist ein optimales Hilfsmittel um die Nahtzugabe zurückzustreifen bis zur Markierung, um dann mit der Nadel den Stich zu setzen. Man sticht etwas unterhalb des Kreises ein, kommt dann 1-2 Gewebefäden im Stoff ein Stück weiter vorne wieder heraus. Zahnstocher und Nadel verwendet man nicht gleichzeitig, das ist nur am Foto so ;)
Zuerst mit dem Hölzchen die Nahtzugabe an den richtigen Platz legen, mit dem Daumennagel festhalten und dann mit der Nadel den Stich setzen. Oft reicht auch die Nadelspitze alleine als Hilfe aus.

Und jetzt zum Trick mit dem Sprühkleber! Wenn man ein paar Mal zuviel mit der Nadel ansetzt, kann es leicht passieren, daß der Stoff ausfranst. Wenn man eine Lage Sprühkleber am Stoff hat allerdings nicht, die Nahtzugabe wabert nicht locker und lose herum und schüttelt ihre Gewebefäden ab, sondern sie haftet am Hintergrundstoff. So lange, bis man sie mit der Nadelspitze ablöst und zur Applikation bittet.

Auch wenn man die Einschnitte vornimmt, bei Sulky und Gütermann legt sich die NZ wieder brav zurück an ihren Platz und klebt weiter. Repositionierbar, sollte jeder Klebespray sein, ist es aber in der Praxis nicht. Der Spray schützt vor dem Ausfransen!

Tadaaa .... fertig! Ein Kreis nach dem anderen wird so appliziert, das geht ratzfatz-schnell. Der Block kann auch super vorbereitet werden, weggelegt und beim Fernsehabend genäht werden. Die gleiche Methode gilt für
B-12 Starflower
C-9 Jane´s Tears
D-3 Jason´s Jacks
F-13 Tour de France
G-3 Four Leaf Clover
Das ergibt dann mehr als nur einen Fernsehabend :) Viel Spaß, mit den richtigen Hilfsmitteln ist es wirklich nicht schwierig!

Dienstag, 14. September 2010

Dear Jane - I5, Maria´s Majesty

Ganz ehrlich, wer hat schon Lust diese spitzen Bögen per Hand zusammen zu nähen mit Schablonen, und sich dabei die Finger zu brechen? Wie immer geht es ganz einfach, die gute Jane lässt uns gerne ein Hintertürchen offen :)
Das Muster liegt ausgedruckt (DJ Software) oder von Hand abgepaust aus dem Buch vor. Dazu der Hintergrundstoff, wieder ein wenig größer weil Applikationen gerne etwas von der Größe des Blocks wegnehmen. Und dieser wiederum zweimal gefaltet, überbügelt, damit die Teile später gut zentriert werden können.


Entlang der äußeren Konturen wird das Muster ausgeschnitten und mit einem Marker auf der rechten Seite des Stoffs, den man zum Applizieren ausgewählt hat, aufgezeichnet. Das ist doch wirklich noch sehr einfach :)


Mit den kleinen Clover Stecknadeln wird das mit Nahtzugabe ausgeschnittene Teilchen aufgesteckt und mit Needle Turn appliziert (Nahtzugabe wird mit der Nadelspitze umgelegt, dann mit kleinen, unsichtbaren Stichen genäht).


Erster Teil geschafft :) Jetzt kommt die Bastelstunde! Aus der vorher ausgeschnittenen Papierschablone werden die Melonenstücke isoliert. ACHTUNG: unbedingt innerhalb der gedruckten Linie ausschneiden! Dieser kleine Spielraum wird für die Dicke des Stoffs benötigt, sonst werden die Melonen zu groß und haben zu wenig Platz am Block.
Die Stücke schon vorher beschriften, die einzelnen Melonen sind NICHT symmetrisch sondern haben nach außen eine schwächere Krümmung als nach innen. Wer beschriftet ist auf der sicheren Seite :)
Die spitzen Sicheln, die hier vom Papier abfallen nicht wegwerfen! Mindestens eine wird noch benötigt :)

Die Schablonen so mit Stoff überziehen, wie es euch gefällt. Ich nehme für diese kleinen Blitzdinger am liebsten Uhu Stick, es geht natürlich auch klassisch mit Heftfaden wie beim englischen Paper piecing. Was euch am einfachsten erscheint ist die beste Methode :)
Die Spitzen müssen sorgfältig ausgearbeitet sein von der rechten Seite her, die linke ist eher uninteressant weil sie beim Applizieren verschwindet.
Und diese ganz spitzen Spitzen werden mit einem Stich am Nachbarn befestigt, die Fadenenden könnt ihr ruhig hängen lassen, es sind nur Sicherungsstiche die einen Kranz aus diesen vier Melonen machen -- so wie auf der Abbildung, alle vier Teile hängen bereits zusammen.


Zum Prüfen einmal auf den Block gelegt, noch mit der linken Seite nach oben. Zum Applizieren drehen wir den Melonenkranz um, rechte Seite nach oben, stecken ihn mit Stecknadeln fest und applizieren zuerst NUR die Spitzen. Die Melonen bleiben lose hängen, mit 2-3 kleinen Sicherungsstichen werden die Spitzen an die richtigen Stellen gesetzt. Das muss nicht vernäht werden, Hauptsache es hält bis man mit der Applikationsnaht dort ankommt :)


  1. die Spitzen befestigen und festnähen

  2. mit der Papier-Sichelschablone den Abstand überprüfen und jede Melone an den richtigen Platz rücken

  3. feststecken mit Stecknadeln

  4. einmal im Kreis herum applizieren (außen herum, an jeder Außenseite der Melone)

  5. und dann den inneren Umfang der Melonen applizieren

  6. FERTIG! Und hat gar nicht weh getan ;)
Der Block besteht aus 6 Teilen und ist mit ein wenig Sorgfalt flott zu nähen, sieht mühsamer aus als es ist ;)