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Sonntag, 22. Januar 2012

JT2 Faecher Tutorial

Der zweite Teil des Just Takes 2 Samplers von Gay www.sentimentalstitches.net und Brenda www.dearjane.com hat uns einiges an Techniken beschert, was den Quilt sehr kurzweilig macht.
Beim Faecherblock lassen sich einige kombinieren, was ihn wider Erwarten zu einem flotten Block macht.
Die Vorlagen sind in diesem Monat zum freien Herunterladen auf der www.dearjane.com Seite erhältlich.

This block is a free pattern from Gay´s and Brenda´s Just Takes 2 Sampler (www.dearjane.com) and can be downloaded on their websites. This tutorial will show you how easy it is to sew this block using a combination of modern paper piecing by machine and appliqueing by hand (or machine if you want to).


Zuerst wird die Papiervorlage für den Fächer ausgeschnitten. Beachte: 3 Seiten haben noch die Nahtzugabe am Papier, an der Oberseite wird die gedruckte Nahtzugabe nicht benötigt und schon beim Paper Piecen mit der Maschine weggelassen. Wie man sieht ist die Nahtzugabe, die an der Oberkante des Fächers nach dem Nähen stehen bleibt, etwas größer als normal.
Mit dem praktischen UHU-Stick (der sich restlos auswaschen lässt und man damit wirklich nur einen Hauch Kleber benötigt) wird der Oberrand der Papierschablone eingestrichen.

Print out the pattern and use american paper piecing (by machine) to sew the fan. We have got seam allowances on only three sides on the paper. Notice: on the upper side we have got only fabric and the seam allowance is about 1/2" - more than usual.
With a glue stick the upper side of the fan is prepared to glue down the seam allowance.


Dann wird die Nahtzugabe umgelegt und festgedrückt, durch den UHU-Stick hält es wunderbar am Papier.


Now the fabric is sticking to the paper, the bigger seam allowance makes it much more comfortable.


Fertig umgeklappt, der Stoff klebt jetzt am Papier. Überall noch einen Tupfen Kleber auf die Nahtzugabe aus Stoff geben und den restlichen Stoff festdrücken, so liegt die Nahtzugabe jetzt wirklich perfekt.

Next step is glueing down the rest of the fabric, the fan has got now a perfect shape.


Und so sieht der Teil des Fächers von der richtigen Seite gesehen aus. Die Postkarte darunter ist mein Lieblingsutensil beim Paper Piecen mit der Maschine. Man kann das Papier beim Nähen leicht umfalzen, umso einfacher kann man es hinterher entfernen.

This is the right sied of the fan, ready to be appliqued.


Auf ein Stoffquadrat in Blockgröße (hier 6 1/2" bei diesem Muster) aus Hintergrundstoff wird jetzt der fertig genähte Fächer aufgelegt und festgesteckt.

Our fan is positioned on a square of background fabric (6 1/2") and the fan is appliqued by hand. You can also use a charming stitch on your sewing machine, like crazy stitches.


Die Rundung an der Oberseite des Fächers von Hand applizieren, das geht ganz einfach (weißes Garn), die Naht ist unsichtbar und man ist pfeilschnell fertig. Tipp: von der Mitte aus beginnen bis zu einem Ende applizieren. Dann vom anderen Ende aus wieder Richtung Mitte, ein Verschieben ist dadurch unmöglich.
Sehr hübsch sehen auch Zierstiche mit der Maschine aus - man muß nicht unbedingt von Hand applizieren!

Our fan is appliqued now, I was using white silk yarn (Amann). It is easier to start in the middle of the block and stitch until the end, afterwards you start at the other end of the block and applique the rest.


Der Block wird jetzt gewendet um das Papier zu entfernen. Alle Papierteile können jetzt herausgeholt werden. Die breitere Nahtzugabe wird danach auf ein normales Maß zurückgeschnitten.


Turn the block to the left side and remove the paper. Cut back the seam allowance to normal size.

Ein Teil fehlt uns jetzt noch, der Viertelkreis an der Ecke des Blocks. Wieder haben wir nur an den geraden Teilen die Nahtzugabe am Papierteil, an der Rundung ist sie nicht vorhanden. Es wird genau auf der gezeichneten Linie ausgeschnitten.

The last piece of this block, the quarter circle is prepared now. Again two sides have got seam allowances on the paper template, the curved side has not got one.


Wie beim englischen Paper Piecing wird jetzt der Stoff zugeschnitten, die Rundung wird geheftet und die Außenkanten verlaufen akkurat an der Nahtzugabe.

Prepare it as you are used to from english paper piecing - baste the seam allowance to the paper template.

Die Ecke wird auf den Block aufgesteckt, die Rundung wieder appliziert. Ich habe von Hand appliziert, es geht natürlich auch wieder mit der Maschine. Heftfaden entfernen, Papierschablone entfernen.

Only some stitches more and your block is done! Applique the last piece of the fan, again you can use a machine stitch or applique it by hand. Remove the basting thread and iron your block. Done!
You can cut away the background fabric of this block,  whatever you want to do is just okay. I am not the "cut away type" :)

Bügeln - und fertig ist der Block! Man kann den überflüssigen Stoff an der Rückseite wegschneiden, muß man aber nicht. Das ist beim Applizieren reine Geschmackssache.

Ich hoffe, der Block geht euch genau so leicht von der Hand, manchmal ist die Kombination von verschiedenen Techniken die beste Lösung.
Viel Spaß beim Nähen!

Sonntag, 15. Januar 2012

Naehen auf Muslin

Warum sollte man denn bloß von Hand auf Muslin nähen?
Bei den Quiltlink-Fans war das Thema der letzten Woche "Log Cabin" und eine ganz alte Variante der Herstellung von Log Cabin Blöcke ist das Nähen auf Muslin. Daraus hat sich dann schlußendlich unser Nähen auf Papier, das amerikanische Paper Piecing entwickelt. Aus vielen antiken Quilts guckt einem manchmal aus einer zerschlissenen Stelle eine zusätzliche Lage Muslin oder anderer Stoff entgegen und ich zeige jetzt wie das geht -- und vor allem, warum es manchmal nicht so unpraktisch ist ;)

Ausgangspunkt ist das Muster eines Log Cabin Blocks. Das wird auf Stoff gezeichnet mit einem weichen Bleistift und am besten auch gleich die Nummern der Teile eingetragen, dann muß man bei der Reihenfolge beim Nähen nicht mehr nachdenken. Außerdem ein paar Streifen in beliebiger Breite (sie sollten mindestens so breit sein wie ein gezeichneter Streifen + Nahtzugabe)

Auf der nicht mit Bleistift markierten Seite wird jetzt ein Stoffstückchen aufgelegt, das der Größe des Mittelteils entspricht (Nahtzugabe nicht vergessen). Ob das jetzt kerzengerade liegt oder nicht ist völlig egal, abdecken soll es :) Wenn die richtige Größe gewählt ist wird in der Mitte ein kleiner Heftstich gesetzt, dann verrutscht nichts mehr.
Danach knicken wir Muslin + Stoff einmal an der ersten Nahtlinie ab und falzen mit dem Fingernagel.

Und so sieht dieser Schritt von der anderen Seite aus. Man sieht den Heftstich und die gefalzte Nählinie zwischen Teil 1 und Teil 2.




Jetzt kommt der erste Streifen an die Reihe. Dem wird ein Stück Nahtzugabe mit dem Fingernagel vorgefalzt und dann rutscht er selbstverständlich in den Bug, den wir am Foto oben gerade hergestellt haben. Somit ist die Nahtzugabe definiert, der Stoff kann sich gegenseitig ein wenig anklammern und die Streifen verrutschen nicht beim Nähen.

Wem das zu unsicher erscheint, der nimmt noch eine kleine Applikationsstecknadel.

Und los geht es mit der ersten Naht. Da ist vielleicht ein "Riesenstück". Meine Stiche sind wirklich klein, das Teilchen ist also wie man sieht wirklich ein Winzling. (Streifenbreite des Batiks ist gerade mal 1")


Fertig genäht (ich mache am Faden einen kleinen Knopf, trotzdem noch Sicherungsstiche an Anfang und Ende und nähe in einer Kombination aus Vor- und Rückstichen, wie es mir mein Nähfinger gerade eingibt).

Und nun aufklappen, damit man die überstehenden Teile sieht ....

.. und mit Nahtzugabenbreite (frei gewählt) abschneiden. Fertig ist die erste Naht!

Auf diese Art wird jetzt jede Naht genäht --- zuerst wieder die nächste Nahtlinie falzen, einen Streifen anlegen, nähen, abschneiden usw., alle Arbeitsschritte von Anfang an wiederholen. Bis der Log Cabin Block fertig genäht ist so wie am Foto oben. Mit dem Bleistft wird dann noch die Nahtzugabenlinie eingezeichnet (Arbeitsschritt oben) und dann der Block zurechtgeschnitten.

Und so sieht der kleine Log Cabin dann fertig aus.

Und jetzt zu den Vorteilen dieser Methode. Es ist keine Kunst, Streifen in der richtigen Breite abzuschneiden und rund um ein Quadrat zu nähen. Je kleiner der Block allerdings wird, desto größer macht sich das Problem der Ungenauigkeit bemerkbar. Und plötzlich wird er schief und verzogen,  da hilft also nur die Nahtzugabe zu markieren. Und das bei jedem Teil, an jedem Streifen, und mit Stecknadeln stecken ... undundund.

Hier markiert man EINmal und das war es dann auch schon. Das Aufzeichnen ist ein Klacks, die Streifenbreite muß nicht einmal richtig zugeschnitten sein. Was dann übersteht, das schneidet man weg.

Nächster Vorteil -- die Maße bei denen man sich denkt, ich würde ja gerne, aber von Hand ist das umöglich. Näht mal einen Log Cabin Block mit 7,5 cm fertigem Maß mit einer Mitte, die kein gerades Zuschnittmaß hat ... also viel Spaß dabei ;) Sobald die Streifenbreiten keine optimalen Maße haben ist man verloren. Hier ist das völlig egal, man kann also auch gut die Zwischenblöcke für Jeannekes Häuschen (sofern man denn nicht 366 Häuser nähen will) so herstellen. Mit einer größeren Mitte, wo man auch noch ein kleines Detail einarbeiten kann. Einen xbeliebigen Log Cabin Block auf die Größe verkleinern die man will, und das war es auch schon.

Die zusätzliche Lage Stoff fällt nicht auf, man wählt einen leichten Muslin o.ä., den man heiss abdampft und dann ist man auf der sicheren Seite.

 Es erweitert den Quilthorizont, wenn man einmal von den (von sich selbst) vorgetrampelten Quiltpfaden abgeht und etwas anderes ausprobiert. Gerade bei Dear Jane Quilts oder ähnlichen Nähprojekten ist manchmal ein Wechsel der Technik das Gelbe vom Ei. Man kann auch Teile eines Blocks so herstellen, Handnäherinnen müssen meist auf die Segnungen des modernen PP mit der Maschine verzichten ;) Hier nicht, man kann jeden Block den Maschinennäherinnen in 1-2-3 herstellen beim DJ Quilt genau so harmlos herstellen als Handnäherin und sich nicht mit Mikrobenteilchen herumschlagen :)

Vielleicht wollt Ihr es einmal ausprobieren!