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Sonntag, 22. Januar 2012

JT2 Faecher Tutorial

Der zweite Teil des Just Takes 2 Samplers von Gay www.sentimentalstitches.net und Brenda www.dearjane.com hat uns einiges an Techniken beschert, was den Quilt sehr kurzweilig macht.
Beim Faecherblock lassen sich einige kombinieren, was ihn wider Erwarten zu einem flotten Block macht.
Die Vorlagen sind in diesem Monat zum freien Herunterladen auf der www.dearjane.com Seite erhältlich.

This block is a free pattern from Gay´s and Brenda´s Just Takes 2 Sampler (www.dearjane.com) and can be downloaded on their websites. This tutorial will show you how easy it is to sew this block using a combination of modern paper piecing by machine and appliqueing by hand (or machine if you want to).


Zuerst wird die Papiervorlage für den Fächer ausgeschnitten. Beachte: 3 Seiten haben noch die Nahtzugabe am Papier, an der Oberseite wird die gedruckte Nahtzugabe nicht benötigt und schon beim Paper Piecen mit der Maschine weggelassen. Wie man sieht ist die Nahtzugabe, die an der Oberkante des Fächers nach dem Nähen stehen bleibt, etwas größer als normal.
Mit dem praktischen UHU-Stick (der sich restlos auswaschen lässt und man damit wirklich nur einen Hauch Kleber benötigt) wird der Oberrand der Papierschablone eingestrichen.

Print out the pattern and use american paper piecing (by machine) to sew the fan. We have got seam allowances on only three sides on the paper. Notice: on the upper side we have got only fabric and the seam allowance is about 1/2" - more than usual.
With a glue stick the upper side of the fan is prepared to glue down the seam allowance.


Dann wird die Nahtzugabe umgelegt und festgedrückt, durch den UHU-Stick hält es wunderbar am Papier.


Now the fabric is sticking to the paper, the bigger seam allowance makes it much more comfortable.


Fertig umgeklappt, der Stoff klebt jetzt am Papier. Überall noch einen Tupfen Kleber auf die Nahtzugabe aus Stoff geben und den restlichen Stoff festdrücken, so liegt die Nahtzugabe jetzt wirklich perfekt.

Next step is glueing down the rest of the fabric, the fan has got now a perfect shape.


Und so sieht der Teil des Fächers von der richtigen Seite gesehen aus. Die Postkarte darunter ist mein Lieblingsutensil beim Paper Piecen mit der Maschine. Man kann das Papier beim Nähen leicht umfalzen, umso einfacher kann man es hinterher entfernen.

This is the right sied of the fan, ready to be appliqued.


Auf ein Stoffquadrat in Blockgröße (hier 6 1/2" bei diesem Muster) aus Hintergrundstoff wird jetzt der fertig genähte Fächer aufgelegt und festgesteckt.

Our fan is positioned on a square of background fabric (6 1/2") and the fan is appliqued by hand. You can also use a charming stitch on your sewing machine, like crazy stitches.


Die Rundung an der Oberseite des Fächers von Hand applizieren, das geht ganz einfach (weißes Garn), die Naht ist unsichtbar und man ist pfeilschnell fertig. Tipp: von der Mitte aus beginnen bis zu einem Ende applizieren. Dann vom anderen Ende aus wieder Richtung Mitte, ein Verschieben ist dadurch unmöglich.
Sehr hübsch sehen auch Zierstiche mit der Maschine aus - man muß nicht unbedingt von Hand applizieren!

Our fan is appliqued now, I was using white silk yarn (Amann). It is easier to start in the middle of the block and stitch until the end, afterwards you start at the other end of the block and applique the rest.


Der Block wird jetzt gewendet um das Papier zu entfernen. Alle Papierteile können jetzt herausgeholt werden. Die breitere Nahtzugabe wird danach auf ein normales Maß zurückgeschnitten.


Turn the block to the left side and remove the paper. Cut back the seam allowance to normal size.

Ein Teil fehlt uns jetzt noch, der Viertelkreis an der Ecke des Blocks. Wieder haben wir nur an den geraden Teilen die Nahtzugabe am Papierteil, an der Rundung ist sie nicht vorhanden. Es wird genau auf der gezeichneten Linie ausgeschnitten.

The last piece of this block, the quarter circle is prepared now. Again two sides have got seam allowances on the paper template, the curved side has not got one.


Wie beim englischen Paper Piecing wird jetzt der Stoff zugeschnitten, die Rundung wird geheftet und die Außenkanten verlaufen akkurat an der Nahtzugabe.

Prepare it as you are used to from english paper piecing - baste the seam allowance to the paper template.

Die Ecke wird auf den Block aufgesteckt, die Rundung wieder appliziert. Ich habe von Hand appliziert, es geht natürlich auch wieder mit der Maschine. Heftfaden entfernen, Papierschablone entfernen.

Only some stitches more and your block is done! Applique the last piece of the fan, again you can use a machine stitch or applique it by hand. Remove the basting thread and iron your block. Done!
You can cut away the background fabric of this block,  whatever you want to do is just okay. I am not the "cut away type" :)

Bügeln - und fertig ist der Block! Man kann den überflüssigen Stoff an der Rückseite wegschneiden, muß man aber nicht. Das ist beim Applizieren reine Geschmackssache.

Ich hoffe, der Block geht euch genau so leicht von der Hand, manchmal ist die Kombination von verschiedenen Techniken die beste Lösung.
Viel Spaß beim Nähen!

Sonntag, 15. Januar 2012

Naehen auf Muslin

Warum sollte man denn bloß von Hand auf Muslin nähen?
Bei den Quiltlink-Fans war das Thema der letzten Woche "Log Cabin" und eine ganz alte Variante der Herstellung von Log Cabin Blöcke ist das Nähen auf Muslin. Daraus hat sich dann schlußendlich unser Nähen auf Papier, das amerikanische Paper Piecing entwickelt. Aus vielen antiken Quilts guckt einem manchmal aus einer zerschlissenen Stelle eine zusätzliche Lage Muslin oder anderer Stoff entgegen und ich zeige jetzt wie das geht -- und vor allem, warum es manchmal nicht so unpraktisch ist ;)

Ausgangspunkt ist das Muster eines Log Cabin Blocks. Das wird auf Stoff gezeichnet mit einem weichen Bleistift und am besten auch gleich die Nummern der Teile eingetragen, dann muß man bei der Reihenfolge beim Nähen nicht mehr nachdenken. Außerdem ein paar Streifen in beliebiger Breite (sie sollten mindestens so breit sein wie ein gezeichneter Streifen + Nahtzugabe)

Auf der nicht mit Bleistift markierten Seite wird jetzt ein Stoffstückchen aufgelegt, das der Größe des Mittelteils entspricht (Nahtzugabe nicht vergessen). Ob das jetzt kerzengerade liegt oder nicht ist völlig egal, abdecken soll es :) Wenn die richtige Größe gewählt ist wird in der Mitte ein kleiner Heftstich gesetzt, dann verrutscht nichts mehr.
Danach knicken wir Muslin + Stoff einmal an der ersten Nahtlinie ab und falzen mit dem Fingernagel.

Und so sieht dieser Schritt von der anderen Seite aus. Man sieht den Heftstich und die gefalzte Nählinie zwischen Teil 1 und Teil 2.




Jetzt kommt der erste Streifen an die Reihe. Dem wird ein Stück Nahtzugabe mit dem Fingernagel vorgefalzt und dann rutscht er selbstverständlich in den Bug, den wir am Foto oben gerade hergestellt haben. Somit ist die Nahtzugabe definiert, der Stoff kann sich gegenseitig ein wenig anklammern und die Streifen verrutschen nicht beim Nähen.

Wem das zu unsicher erscheint, der nimmt noch eine kleine Applikationsstecknadel.

Und los geht es mit der ersten Naht. Da ist vielleicht ein "Riesenstück". Meine Stiche sind wirklich klein, das Teilchen ist also wie man sieht wirklich ein Winzling. (Streifenbreite des Batiks ist gerade mal 1")


Fertig genäht (ich mache am Faden einen kleinen Knopf, trotzdem noch Sicherungsstiche an Anfang und Ende und nähe in einer Kombination aus Vor- und Rückstichen, wie es mir mein Nähfinger gerade eingibt).

Und nun aufklappen, damit man die überstehenden Teile sieht ....

.. und mit Nahtzugabenbreite (frei gewählt) abschneiden. Fertig ist die erste Naht!

Auf diese Art wird jetzt jede Naht genäht --- zuerst wieder die nächste Nahtlinie falzen, einen Streifen anlegen, nähen, abschneiden usw., alle Arbeitsschritte von Anfang an wiederholen. Bis der Log Cabin Block fertig genäht ist so wie am Foto oben. Mit dem Bleistft wird dann noch die Nahtzugabenlinie eingezeichnet (Arbeitsschritt oben) und dann der Block zurechtgeschnitten.

Und so sieht der kleine Log Cabin dann fertig aus.

Und jetzt zu den Vorteilen dieser Methode. Es ist keine Kunst, Streifen in der richtigen Breite abzuschneiden und rund um ein Quadrat zu nähen. Je kleiner der Block allerdings wird, desto größer macht sich das Problem der Ungenauigkeit bemerkbar. Und plötzlich wird er schief und verzogen,  da hilft also nur die Nahtzugabe zu markieren. Und das bei jedem Teil, an jedem Streifen, und mit Stecknadeln stecken ... undundund.

Hier markiert man EINmal und das war es dann auch schon. Das Aufzeichnen ist ein Klacks, die Streifenbreite muß nicht einmal richtig zugeschnitten sein. Was dann übersteht, das schneidet man weg.

Nächster Vorteil -- die Maße bei denen man sich denkt, ich würde ja gerne, aber von Hand ist das umöglich. Näht mal einen Log Cabin Block mit 7,5 cm fertigem Maß mit einer Mitte, die kein gerades Zuschnittmaß hat ... also viel Spaß dabei ;) Sobald die Streifenbreiten keine optimalen Maße haben ist man verloren. Hier ist das völlig egal, man kann also auch gut die Zwischenblöcke für Jeannekes Häuschen (sofern man denn nicht 366 Häuser nähen will) so herstellen. Mit einer größeren Mitte, wo man auch noch ein kleines Detail einarbeiten kann. Einen xbeliebigen Log Cabin Block auf die Größe verkleinern die man will, und das war es auch schon.

Die zusätzliche Lage Stoff fällt nicht auf, man wählt einen leichten Muslin o.ä., den man heiss abdampft und dann ist man auf der sicheren Seite.

 Es erweitert den Quilthorizont, wenn man einmal von den (von sich selbst) vorgetrampelten Quiltpfaden abgeht und etwas anderes ausprobiert. Gerade bei Dear Jane Quilts oder ähnlichen Nähprojekten ist manchmal ein Wechsel der Technik das Gelbe vom Ei. Man kann auch Teile eines Blocks so herstellen, Handnäherinnen müssen meist auf die Segnungen des modernen PP mit der Maschine verzichten ;) Hier nicht, man kann jeden Block den Maschinennäherinnen in 1-2-3 herstellen beim DJ Quilt genau so harmlos herstellen als Handnäherin und sich nicht mit Mikrobenteilchen herumschlagen :)

Vielleicht wollt Ihr es einmal ausprobieren!

Donnerstag, 7. April 2011

Potato Bag - oder Quiltiges aus der Mikrowelle

Schon einige Zeit geistern die Potato-Bags in Quiltforen herum, bis sie mir dann regelrecht vor die Füße gefallen sind. Meine amerikanische Quiltfreundin hat gemeint, "den Stoff nimmt sie für die Mikrowelle", da der Druck schon komplett fertig war und keineswegs umgefärbt werden konnte, also jedes Experiment eigentlich so gut wie ausgeschlossen war, mußte es sich um etwas Genähtes handeln.

Tat es auch, der schnelle Mikrowellensack für den modernen Kartoffel von heute -- oder Erdäpfelschick 2011, die neue Trendmode.
Und ausprobieren mußte ich es natürlich auch, Fernande hat bestätigt vor meinem Versuch, daß die Säckchen genial sind ... also los gings. Eines war schon fertig und im Dauertestversuch, jeder in der Familie mußte sich unter Prusten und Wiehern ("jetzt ist nicht mal mehr die Mikrowelle sicher vor den QuilterInnen!") seine Kartoffeln auf einmal selbst garen. Und ein Kartoffelsackerl (in Österreich heisst alles irgendwie lieblich auf "-erl") ist schnell genäht.

Und hier kommt schon das schnelle Quilt-Küchenteil ---
Zuschnitt: ein Stoffteil mit "schönem Stoff", ein Zuschnitt mit Vlies und eines mit Innenstoff (hier dunkelgrün). Alle drei Teile haben die gleiche Größe, 11 x 22" oder 28 x 56cm.  Am Foto sieht man an der Oberseite das Vlies, dann der Außenstoff mit der rechten Seite nach unten zeigend und darunter der Innenstoff (hier noch nicht zugeschnitten).

Und jetzt alle drei Lagen fix und fertig zugeschnitten, man kann natürlich auch alle drei Lagen auf einmal vorbereiten - das dürfen dann diejenigen, die gleich in Serie nähen wollen :)

An die Nähmaschine! Man kann die drei Lagen auch feststecken oder einfach nur so unter das Füßchen klemmen, je nachdem wie sicher man sich mit der Materie vertraut fühlt. Eine Randnaht wird gesetzt, einmal rund um das Rechteck herum. Mit der Ausnahme eines Teils von ca. 5-7 cm der als Öffnung zum Wenden offen bleibt an einer Breitseite.

Die Ecken werden zugeschnitten, dann lässt sich das Rechteck besser wenden und die Ecken besser ausarbeiten (z.B. mit einer stumpfen Stricknadel)

Nach dem Wenden und Schließen der Wendeöffnung haben wir ein fein säuberlich genähtes Rechteck, auf der einen Seite unser schöner Stoff für außen, innen Vlies und auf der anderen Seite den Innenstoff (hier grün). Jetzt wird ein Teil umgeschlagen, ca. 10  cm, siehe Foto.

Und der lange Teil wird jetzt über den kurzen geschlagen, also einmal von links her einschlagen, dann von rechts her, so daß sich eine Überlappung von ca. 5 cm ergibt.

Wieder eine Naht - und die setzen wir ganz langsam, denn da sind viele Schichten durch die sich die Nähmaschine arbeiten muß. Lieber Stich für Stich, damit sich die NähMas nicht überfordert fühlen :) Die Naht an beiden Seiten setzen.

Und so sieht es dann fertig gewendet und ein wenig gebügelt aus, absichtlich steht die Öffnung jetzt ein wenig hervor damit man den Eingang des Potatoe Bags erkennt.

Dick gefüllter Kartoffelbauch :)
Bei voller Leistung, 700 - 850 Watt, je nach Gerät etwa 10 Minuten kommen die Kartoffeln, gewaschen und in eine Lage Küchenkrepp gewickelt, in den Beutel und dürfen dort lustvoll vor sich hinschmoren. Einige befeuchten das Küchenkrepp noch zusätzlich, wir haben noch keinen Unterschied bemerkt - aber die Kartoffeln waren vielleicht noch feucht genug von der Schrubbelwäsche.
Die Kartoffeln NICHT anstechen vor der Zubereitung, ein Säckchen fasst ca. 3-4 normalgroße Kartoffeln.

Zum Vlies ist noch zu bemerken, daß hier auf den Fotos Baumwollvlies (Freudenberg) verwendet wurde. Mein erstes Kartoffelsäckchen hat Thermolan in seinem Bäuchlein, und Unterschied bemerke ich keinen - auch nicht in der Garzeit. Es sollte aber auf jeden Fall Vlies sein, das höhere Temperaturen ertragen kann, Thermolan ist sicher eine gute Wahl für ein dauerhaftes Kartoffel-Mikrowellen-Backvergnügen.

Wir haben den Vlieszuschnitt im Shopprogramm, wer nicht einen Meter Thermolan oder Baumwollvlies kaufen möchte für ein Potatoe-Bag kann sich dort gerne bedienen :) VLIESZUSCHNITT HIER

Und weil es so schön zusammenpasst hier noch ein Bild,

Die Topflappen "leben, lieben, lachen" sind aus dem Newsletter unseres Landröschen-Newsletters. Unser Landröschen-Miniquiltclub enthält immer noch ein paar zusätzliche Überraschungen, diesmal Stickmuster in zwei verschiedenen Ausführungen. Meine Topflappen gehen jetzt im Partnerlook mit meinem Potato-Bag ;)

Mittwoch, 15. September 2010

Die schnellsten Knöpfe: B-1 Batchelor Buttons

Weiter geht es mit dem nächsten Blöckchen und einem kleinen Trick dabei. Sonst wäre es langweilig, ich muss euch nicht Blöcke zeigen, die man sowieso nur auf eine einzige Art herstellen kann, das könnt ihr wirklich ganz alleine :)

B-1 Batchelor Buttons, was soll man da schon anders machen können? Vier Kreise vorbereiten, applizieren, fertig ist die Sache. Ist es auch, aber nachdem ich in meinem Jane-Leben schon dutzende Blöcke mit eckigen Kreisen gesehen habe, die aus dem Lot geratene Sitzplätze eingenommen haben als wären sie Betrunkene auf einem Segelschiff, denke ich ein kleiner Tipp könnte für einige verzweifelte Kreisapplizierende nicht schaden ;)


Zu den Vorbereitungen: wir benötigen die Vorlage, mit einer etwas breiteren Nahtzugabe -- ich nehme bei den Appliblöcken meistens 1 Zentimeter (ich weiss, wir nähen in Inch, das stört mich aber nicht weiters - die Blöcke werden nach dem Applizieren zugeschnitten auf das richtige Maß). Dazu ZWEI Stück Stoff, je eines hell und dunkel, in genau der gleichen Grösse wie die Vorlage.
Der gute Sprühkleber, nervenschonendes Quiltzaubermittel! Wer einen zu Hause hat ist schon im Vorteil, fälschlich wird gemeint, er wäre nur zum Sprühheften von Quiltsandwiches gedacht. Total verkehrt, bei mir wird der meiste Kleber beim Applizieren verwendet :)
Man nehme eine Schachtel, auf den Boden derselben legt man den Stoff, den man  für die Farbe seiner Kreise auserwählt hat. Darauf kommt ein winziger Hauch Sprühkleber -- einmal drüberhuschen mit dem Kleber ist ausreichend. Ich kann guten Gewissens nur die Kleber von Sulky und Goldzack für Applikationen empfehlen, sie machen keinen Grauschleier, kleben nur dort wo sie sollen, die Stoffe lassen sich leicht lösen und korrigiert zusammensetzen. Und den allerwichtigsten Effekt der beiden erkläre ich euch dann gleich noch genauer.


Auf den zweiten Stoff wird die Vorlage gelegt, bei der mittlerweile die Kreise sauber ausgeschnitten wurden. Mit einem dünnen Markierstift (bitte keine dicken Aquamarker oder Lilamarker mit Filzspitze verwenden, lieber einen dünnen Druckbleistift 0,5-0,7mm oder einen Fineliner) die Kreise markieren.
Das Stück Stoff mit den sauberen Markierungen wird jetzt auf den, mit Sprühkleber vorbereiteten, Stoff gelegt und festgedrückt. Wer will, kann es dann etwas beiseite legen um es antrocknen zu lassen. Bei unserem Hauch ist das allerdings nicht notwendig, wir können auch gleich weitermachen.

Und jetzt geht´s los: Reverse Applique! Das ist viel einfacher als normale Needle-Turn Applikation :) Mit einer kleinen Nahtzugabe wird der Innenkreis ausgeschnitten --- da muss man eine Breite finden, die einem bequem ist. Und diese Nahtzugabe wird mehrmals eingeschnitten bis zur Markierung, sonst kann man den Stoff nicht nach innen einstülpen und applizieren.
Faustregel: je kleiner die Nahtzugabe, desto weniger Einschnitte braucht man. Je breiter die Nahtzugabe, desto mehr Einschnitte sind nötig. Ich habe gerne eine kleine Nahtzugabe, nehme dafür mehr Applikationsstiche pro Zentimeter und habe weniger Einschnitte ---- aber das ist Geschmacks- und Übungssache.
So geht das, ganz einfach. Ein Zahnstocher erweist sich als sehr hilfreich, das ist ein optimales Hilfsmittel um die Nahtzugabe zurückzustreifen bis zur Markierung, um dann mit der Nadel den Stich zu setzen. Man sticht etwas unterhalb des Kreises ein, kommt dann 1-2 Gewebefäden im Stoff ein Stück weiter vorne wieder heraus. Zahnstocher und Nadel verwendet man nicht gleichzeitig, das ist nur am Foto so ;)
Zuerst mit dem Hölzchen die Nahtzugabe an den richtigen Platz legen, mit dem Daumennagel festhalten und dann mit der Nadel den Stich setzen. Oft reicht auch die Nadelspitze alleine als Hilfe aus.

Und jetzt zum Trick mit dem Sprühkleber! Wenn man ein paar Mal zuviel mit der Nadel ansetzt, kann es leicht passieren, daß der Stoff ausfranst. Wenn man eine Lage Sprühkleber am Stoff hat allerdings nicht, die Nahtzugabe wabert nicht locker und lose herum und schüttelt ihre Gewebefäden ab, sondern sie haftet am Hintergrundstoff. So lange, bis man sie mit der Nadelspitze ablöst und zur Applikation bittet.

Auch wenn man die Einschnitte vornimmt, bei Sulky und Gütermann legt sich die NZ wieder brav zurück an ihren Platz und klebt weiter. Repositionierbar, sollte jeder Klebespray sein, ist es aber in der Praxis nicht. Der Spray schützt vor dem Ausfransen!

Tadaaa .... fertig! Ein Kreis nach dem anderen wird so appliziert, das geht ratzfatz-schnell. Der Block kann auch super vorbereitet werden, weggelegt und beim Fernsehabend genäht werden. Die gleiche Methode gilt für
B-12 Starflower
C-9 Jane´s Tears
D-3 Jason´s Jacks
F-13 Tour de France
G-3 Four Leaf Clover
Das ergibt dann mehr als nur einen Fernsehabend :) Viel Spaß, mit den richtigen Hilfsmitteln ist es wirklich nicht schwierig!

Dienstag, 14. September 2010

Dear Jane - I5, Maria´s Majesty

Ganz ehrlich, wer hat schon Lust diese spitzen Bögen per Hand zusammen zu nähen mit Schablonen, und sich dabei die Finger zu brechen? Wie immer geht es ganz einfach, die gute Jane lässt uns gerne ein Hintertürchen offen :)
Das Muster liegt ausgedruckt (DJ Software) oder von Hand abgepaust aus dem Buch vor. Dazu der Hintergrundstoff, wieder ein wenig größer weil Applikationen gerne etwas von der Größe des Blocks wegnehmen. Und dieser wiederum zweimal gefaltet, überbügelt, damit die Teile später gut zentriert werden können.


Entlang der äußeren Konturen wird das Muster ausgeschnitten und mit einem Marker auf der rechten Seite des Stoffs, den man zum Applizieren ausgewählt hat, aufgezeichnet. Das ist doch wirklich noch sehr einfach :)


Mit den kleinen Clover Stecknadeln wird das mit Nahtzugabe ausgeschnittene Teilchen aufgesteckt und mit Needle Turn appliziert (Nahtzugabe wird mit der Nadelspitze umgelegt, dann mit kleinen, unsichtbaren Stichen genäht).


Erster Teil geschafft :) Jetzt kommt die Bastelstunde! Aus der vorher ausgeschnittenen Papierschablone werden die Melonenstücke isoliert. ACHTUNG: unbedingt innerhalb der gedruckten Linie ausschneiden! Dieser kleine Spielraum wird für die Dicke des Stoffs benötigt, sonst werden die Melonen zu groß und haben zu wenig Platz am Block.
Die Stücke schon vorher beschriften, die einzelnen Melonen sind NICHT symmetrisch sondern haben nach außen eine schwächere Krümmung als nach innen. Wer beschriftet ist auf der sicheren Seite :)
Die spitzen Sicheln, die hier vom Papier abfallen nicht wegwerfen! Mindestens eine wird noch benötigt :)

Die Schablonen so mit Stoff überziehen, wie es euch gefällt. Ich nehme für diese kleinen Blitzdinger am liebsten Uhu Stick, es geht natürlich auch klassisch mit Heftfaden wie beim englischen Paper piecing. Was euch am einfachsten erscheint ist die beste Methode :)
Die Spitzen müssen sorgfältig ausgearbeitet sein von der rechten Seite her, die linke ist eher uninteressant weil sie beim Applizieren verschwindet.
Und diese ganz spitzen Spitzen werden mit einem Stich am Nachbarn befestigt, die Fadenenden könnt ihr ruhig hängen lassen, es sind nur Sicherungsstiche die einen Kranz aus diesen vier Melonen machen -- so wie auf der Abbildung, alle vier Teile hängen bereits zusammen.


Zum Prüfen einmal auf den Block gelegt, noch mit der linken Seite nach oben. Zum Applizieren drehen wir den Melonenkranz um, rechte Seite nach oben, stecken ihn mit Stecknadeln fest und applizieren zuerst NUR die Spitzen. Die Melonen bleiben lose hängen, mit 2-3 kleinen Sicherungsstichen werden die Spitzen an die richtigen Stellen gesetzt. Das muss nicht vernäht werden, Hauptsache es hält bis man mit der Applikationsnaht dort ankommt :)


  1. die Spitzen befestigen und festnähen

  2. mit der Papier-Sichelschablone den Abstand überprüfen und jede Melone an den richtigen Platz rücken

  3. feststecken mit Stecknadeln

  4. einmal im Kreis herum applizieren (außen herum, an jeder Außenseite der Melone)

  5. und dann den inneren Umfang der Melonen applizieren

  6. FERTIG! Und hat gar nicht weh getan ;)
Der Block besteht aus 6 Teilen und ist mit ein wenig Sorgfalt flott zu nähen, sieht mühsamer aus als es ist ;)