Sonntag, 21. Februar 2021

365 Gedanken - ein Quilt

365 Gedanken, das ist der Plan. Winzige Blöcke mit großen Überlegungen, das ist momentan bei vielen Quiltern der Weg. Wieso? Was weiß man wirklich,  auch bei allem Wissen, was die nächsten 12 Monate bringen könnten.Es muss nicht immer von Januar bis Dezember gedacht werden,  bei mir war der Anlass die Anhäufung von Ereignissen. Alles in einer Woche,  Gedanken zu sortieren funktioniert perfekt während man näht,  und kleine Blöcke zentrieren grosse Gedanke besonders intensiv. Als ob jemand den Verkehr regeln würde, und da kam diese kleine Metallschachtel genau in dieser einen Woche zum Vorschein.  Vor Jahren anscheinend hunderte Schablonen zugeschnitten war es der richtige Zeitpunkt. 
Wohin? Erstmal jeden Tag ein Kleinchen. 
Und ein Buch,  für jeden Tag einen Gedanken. Einige davon werde ich hier am Blog posten, einige bleiben bei mir. 
Jeder kann mitmachen,  #365gedankenquilt 

Dienstag, 10. Dezember 2019

Fotodienstag - was liegt am Nähtisch?


Fotodienstag - bei mir liegen seit gestern zwei Testblöcke am Tisch zum Fertigstellen, natürlich sind die Schablonen untergetaucht aber man hat im Block ja noch genug davon. Also herausfriemeln, neu beziehen und die Ecken fertigstellen. Und dann .. mal sehen. Mein Anhäufung von Test- und Probeblöcken ist schlichtweg komplett verrückt, also wird es Zeit bevor es keine fertigen Quilts sondern nur Teststücke für Anleitungen gibt wenigstens zwei zur Vollendung zu bringen  Sie haben es sich verdient 

Sonntag, 3. November 2019

Verona - meine Liebe

Wo begegnet sich Kultur mit Lebensgefühl, wo Freizeit mit Arbeit, wo Geschichte aus Stein mit freiem Himmel? In Verona --- meine Liebe, sobald ich die Stadt betrete bin ich ganz, so prosaisch das jetzt auch klingt. Das ist kein Urlaub, das ist besser als nach Hause kommen. Wenn einen schon der Obsthändler am Eck grüßt, die Verkäuferinnen nicht mehr nach meinen Vorlieben fragen wenn ich schnell mal eine Hose kaufe, und wo der Kellner auf der Piazza Bra einem das riesige Wasser bringt statt der kleinen Gläschen, ohne dass man von seiner Zeitung hätte aufsehen müssen.


Allein schon der Weg zwischen den Häusern, das meiste geht man in der Innenstadt auf uralten Gehwegen aus Marmor, das Geklappere der Schuhe das so ganz anders klingt --- schon beinahe musikalisch. 


Die Abende waren kühl, die Tage brennheiss - bei 30 Grad hatte ich so ziemlich alles falsch eingepackt was man nur falsch greifen kann, und sonst bin ich eher bei den nichtalkoholischen Getränken - aber da gibt es immer eine Ausnahme. Jeden Tag ein Glas Prosecco vor dem Kamin .... obwohl das Stunden vorhält .. und ein gutes Buch. 


Immer wieder etwas Neues - obwohl die Kirche direkt hinter meinem Apartment steht, wo war die bis jetzt? Neu gebaut sieht sie nicht aus, dafür aber fest verschlossen, egal zu welcher Tageszeit. Möglicherweise öffnet sie nur, wenn der Papst persönlich erscheint. 


Spaziergänge sind in Verona so reich an Möglichkeiten, dass es eher heißt "wohin soll ich mich wenden....", diesmal wollte ich - dank der enorm genial erwischten Temperaturen (letzte Oktoberwoche - 30 Grad, durchwegs sonnig) zum Kastell der Skaliger aufmachen und das Museum durchstöbern. Mit richtig viel Zeit! 


Eigentlich genügt es schon von außen, wer also keine Zeit für Kunstschätze hat, der begnügt sich mit den verbliebenen Architekturteilen.


Ein paar Meter alter Straße, fein poliert mit Spurrinnen, vor dem Kastell. Wie lange es wohl braucht solche Furchen in den Marmor zu schleifen durch Fuhrwerke.

Ich hatte - eher versehentlich - einen Schrittzähler am Smartphone dabei, ich habe es geschafft 7.6 km im Kastell abzuzappeln. Unglaublich, oder? In einem Museum, und rundherum.


Die Skaliger hatten sich Fluchtmöglichkeiten geschaffen, gefangen wie die Mäuse in der Falle wollten sie auch nicht sein falls einmal wieder Bevölkerung oder andere nicht freundlich gesinnte Gruppen vor dem Kastell auftauchen würden. Husch husch .... über die Brücke über die Etsch. Sie wird jetzt als Fußgängerbrücke genützt und bietet sensationelle Ausblicke. 


Das Museum - ausgeraubt mit Waffengewalt 2015 von Ukrainern, die Werke (17 Bilder, von Tintoretto bis zu Rubens) wurden nach zwei Jahren über Vermittlung von Putin wieder an das Museum zurückgegeben. Diese Teile ließen sich schwer transportieren, man nahm bei den Bildern auch nur das Beste der Besten. 





So wie sie -- und es ist unglaublich, wie ein Bild einen in die Tiefe ziehen kann. Allein die Malerei der Iris, diese Genauigkeit, die Zeichnung der Muster am Kragen.
Wie stellt man fest, ob es ein Auftragsporträt war, das in der Familie blieb oder eines, das für den Heiratsmarkt bestimmt war? Die Faltenzeichnungen und Spitzenmuster der Gewänder. Huschhusch ... gibt ein Porträt, das statt einem damals nicht vorhandenen Foto losgeschickt wurde. Bilder mit detaillierten Zeichnungen, die blieben im Stammhaus. 


LUFT holen! Lesen, Meditation, Yoga -- Arbeit zwischendurch, aber wenn die Arbeit keine Belastung darstellt, dann ist es auch nicht richtige Arbeit. Oder doch? Da machen wir jetzt keine Sinnfrage daraus.

Eure Roswitha 
.... in dem Blog jetzt ohne Country Rosen, der ist privat ;) 

Freitag, 4. Oktober 2019

Buchtipp - I love houses von Yoko Saito


Neu - für die Sammler der Bücher von Yoko Saito, "I love houses" - und über den Link könnt Ihr einen Blick ins Buch werfen. Erscheint am 1. November! (nur Printversion)

Donnerstag, 19. September 2019

Buchtipp - Roadtrip mit Guru




Buchtipp - warum benimmt sich ein Mann wie ein hypnotisiertes Kaninchen? Würde einem Guru sein Geld überlassen, wenn er denn welches hätte, würde wahrscheinlich auch in die nächste Schlucht springen wenn der gepriesene Heilsbringer es ihm befehlen würde?
Warum also gleiten Menschen in Sekten ab, folgen dubiosen Führern und führen sich auf als hätte man ihnen das Hirn entfernt.
Timm Kruse, Jahrgang 1970, deutscher Journalist, begegnet einem Guru und folgt ihm nach Indien. Und wieder zurück, der Guru braucht Geld und das holt er sich in Europa.
Sehr witzig geschrieben mit einem ernsten Hintergrund erzählt Kruse, wie er offenen Auges und voller Überzeugung bei Guruji gelandet ist. Überzeugendste Stelle in dem autobiographischen Buch ist der Briefwechsel mit seinem Vater.
Es ist kurzweilig, unterhaltsam, wenn man denn nicht auch daran denken würde dass es rundherum Menschen gibt die brainwashed durchs Leben taumeln, und das für alle Zeiten.


Montag, 29. Juli 2019

Wo treibt es die Froschkönigin hin .....

Unlängst ging es ab nach Salzburg - eine Traumstadt, auch für Touristen die man in Salzburg aber nicht in so geballter Menge vorfindet wie in Wien.

Ich poste eher selten wo ich gerade bin, privat sollte privat bleiben und auch wenn man mit einer Firma und Charityprojekten ein teilweise öffentliches Leben hat, alles hat seine Grenzen.


Salzburg war ein Kulturbesuch, Jedermann, was sonst. Es war ein weiter Weg dorthin, ganz sicher nicht in Kilometern sondern in Gedanken. Ein 24Stunden-Trip, voll mit Events, und dann keinen freien Kopf haben am Weg dorthin. Der wollte nicht mitmachen, knapp vorher gab es noch einen Miniunfall der meinem Kopf so rein gar nicht gut getan hat. Kopflastig, leider, durch und durch. Andere verrenken sich ein Knie, einen Knöchel, verknacksen sich einen Finger --- auch alles sehr unangenehm. Aber nein, immer muss mein Kopf daran glauben. Der Dickschädel muss es aushalten.


Erholung in Salzburg war angesagt, das waren Spaziergänge, ein Kaffee hier und dort denn bekanntlich heilt in Österreich ein guter Kaffee so gut wie alles. Und langsam, ganz langsam, ging es hinüber in die Zone, in der man meint man spürt sich wieder. Nicht getrieben, nicht gehetzt, nicht betont langsam als Zeichen für alle anderen man wäre noch ganz ruhig. Nein, richtig relaxt. Und dann kam der Schnürlregen, die Kenner der Regenwelt wissen was gemeint ist. Schnürlgerader Regen, typisch für Salzburg, der dann in einen Nieselregen übergeht, der sanft über die Haut streicht. Definitiv ein Vorteil wenn man sich in einer Hitzeperiode befindet!


Die Gewitterwolken hängen über den Bergen und der ungewollte Ausblick war eine Sensation. Ungewollt, eigentlich wollte ich nur ein paar Stufen in die Höhe um wieder über die Dächer von Salzburg blicken zu können ....
... was auch gelungen ist, viele Stufen in die Höhe und gleichzeitig ein Konditionscheck. Volle Punktezahl, und dann sticht einen der Hafer und es geht weiter und weiter und noch ein paar Meter. Vorbei an Gärten, Miniaturwegen, ab und zu überholt man keuchende Touristen mit Bergausrüstung  -- was ja prinzipiell sehr lobenswert ist! Nur auf der Festung Salzburg vielleicht ein wenig überzogen, wenn einen jemand mit hohen Schuhen und Abendtasche überholt, dann hat es etwas Situationskomisches. "Tschuldigung, ich muss da vorbei!" Stöckel stöckel ..... 


Unser Land ist einfach schön - es ist idyllisch, in Salzburg hat 24 Stunden lang rein nichts meine Aufmerksamkeit gefordert, beinahe unfassbar kitschig. Lebenswert kitschig!

Früher stieg man auch in luftige Höhen zu Fuß, heute hat man auch die Möglichkeit mit einer Bahn zu fahren. Das war dann mein Plan wieder nach unten zu gelangen, ein paar Sekunden steil nach unten, aber vorher noch Ausblick, Einblick, Umblick und das Gefühl weit weg von allem zu sein. Noch rief nichts über den Domplatz nach Jedermann, also gab es Zeit.

Egal wie Salzburg es anstellt außerhalb der derzeitigen Welt zu stehen, es soll noch lange anhalten. Auch abends Ruhe, ein paar wenige Spaziergänger, es ist eine lebenswerte Stadt. Stille die man hören kann. Ein paar Autos ein paar Straßen entfernt, irgendwo lachen ein paar Menschen, es sind Geräusche einer heilen Welt.

Mittwoch, 2. Januar 2019

Es sockt mich ....

Üblicherweise war mir nach einer Socke so langweilig, dass sie zur Einbeinsocke wurde. Nachdem ich aber einige Stiefeletten besitze die nach Socken regelrecht schreien, um sie überzuschlagen und etwas höher als den Stiefelschaft zu tragen, mussten es also Socken werden.

Und siehe da - sie werden fertig! Auch wenn ich mich selbst austrickse, zwei Teile gleichzeitig stricke und einen Faden vom Knäuel innen und einen von außen nehme. Nur so geht es, anders ist es nach wie vor hoffnungslos.

Jetzt sind gerade dicke Socken aus 8fädiger Merinowolle fertig geworden und ich versuche meine Einträge bei Ravelry halbwegs aktuell zu halten in diesem Jahr. Ja, ich nähe viel und stricke nicht nur, nur abends sehe ich dann schon meine Stiche schlechter und habe keine Vorlieben für strahlende Beleuchtungen abends. Also, ein paar Maschen gehen immer zwischendurch :)

Ich wünsche Euch ein schönes, neues Jahr -- und nicht nur Sockenstricken! Quilten heisst das wahre Zaubertwort :)

Eure Roswitha