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Sonntag, 3. November 2019

Verona - meine Liebe

Wo begegnet sich Kultur mit Lebensgefühl, wo Freizeit mit Arbeit, wo Geschichte aus Stein mit freiem Himmel? In Verona --- meine Liebe, sobald ich die Stadt betrete bin ich ganz, so prosaisch das jetzt auch klingt. Das ist kein Urlaub, das ist besser als nach Hause kommen. Wenn einen schon der Obsthändler am Eck grüßt, die Verkäuferinnen nicht mehr nach meinen Vorlieben fragen wenn ich schnell mal eine Hose kaufe, und wo der Kellner auf der Piazza Bra einem das riesige Wasser bringt statt der kleinen Gläschen, ohne dass man von seiner Zeitung hätte aufsehen müssen.


Allein schon der Weg zwischen den Häusern, das meiste geht man in der Innenstadt auf uralten Gehwegen aus Marmor, das Geklappere der Schuhe das so ganz anders klingt --- schon beinahe musikalisch. 


Die Abende waren kühl, die Tage brennheiss - bei 30 Grad hatte ich so ziemlich alles falsch eingepackt was man nur falsch greifen kann, und sonst bin ich eher bei den nichtalkoholischen Getränken - aber da gibt es immer eine Ausnahme. Jeden Tag ein Glas Prosecco vor dem Kamin .... obwohl das Stunden vorhält .. und ein gutes Buch. 


Immer wieder etwas Neues - obwohl die Kirche direkt hinter meinem Apartment steht, wo war die bis jetzt? Neu gebaut sieht sie nicht aus, dafür aber fest verschlossen, egal zu welcher Tageszeit. Möglicherweise öffnet sie nur, wenn der Papst persönlich erscheint. 


Spaziergänge sind in Verona so reich an Möglichkeiten, dass es eher heißt "wohin soll ich mich wenden....", diesmal wollte ich - dank der enorm genial erwischten Temperaturen (letzte Oktoberwoche - 30 Grad, durchwegs sonnig) zum Kastell der Skaliger aufmachen und das Museum durchstöbern. Mit richtig viel Zeit! 


Eigentlich genügt es schon von außen, wer also keine Zeit für Kunstschätze hat, der begnügt sich mit den verbliebenen Architekturteilen.


Ein paar Meter alter Straße, fein poliert mit Spurrinnen, vor dem Kastell. Wie lange es wohl braucht solche Furchen in den Marmor zu schleifen durch Fuhrwerke.

Ich hatte - eher versehentlich - einen Schrittzähler am Smartphone dabei, ich habe es geschafft 7.6 km im Kastell abzuzappeln. Unglaublich, oder? In einem Museum, und rundherum.


Die Skaliger hatten sich Fluchtmöglichkeiten geschaffen, gefangen wie die Mäuse in der Falle wollten sie auch nicht sein falls einmal wieder Bevölkerung oder andere nicht freundlich gesinnte Gruppen vor dem Kastell auftauchen würden. Husch husch .... über die Brücke über die Etsch. Sie wird jetzt als Fußgängerbrücke genützt und bietet sensationelle Ausblicke. 


Das Museum - ausgeraubt mit Waffengewalt 2015 von Ukrainern, die Werke (17 Bilder, von Tintoretto bis zu Rubens) wurden nach zwei Jahren über Vermittlung von Putin wieder an das Museum zurückgegeben. Diese Teile ließen sich schwer transportieren, man nahm bei den Bildern auch nur das Beste der Besten. 





So wie sie -- und es ist unglaublich, wie ein Bild einen in die Tiefe ziehen kann. Allein die Malerei der Iris, diese Genauigkeit, die Zeichnung der Muster am Kragen.
Wie stellt man fest, ob es ein Auftragsporträt war, das in der Familie blieb oder eines, das für den Heiratsmarkt bestimmt war? Die Faltenzeichnungen und Spitzenmuster der Gewänder. Huschhusch ... gibt ein Porträt, das statt einem damals nicht vorhandenen Foto losgeschickt wurde. Bilder mit detaillierten Zeichnungen, die blieben im Stammhaus. 


LUFT holen! Lesen, Meditation, Yoga -- Arbeit zwischendurch, aber wenn die Arbeit keine Belastung darstellt, dann ist es auch nicht richtige Arbeit. Oder doch? Da machen wir jetzt keine Sinnfrage daraus.

Eure Roswitha 
.... in dem Blog jetzt ohne Country Rosen, der ist privat ;) 

Samstag, 1. Dezember 2018

Weihnachtsmarkt in Budapest

Ganz kurze Auszeit - die wir genutzt haben um in Budapest nicht nur zu schwimmen, das Hotel hat eine eigene Therme die man gerne zusammenfalten, einpacken und mitnehmen würde, denn 38 Grad so alle Stunden einmal in mineralhältigem Thermalwasser und dann ab ins Sportbecken und 20 Minuten schwimmen hat schon etwas von Luxus. Tja, das geht eben leider nicht oft, deswegen nütze man den Augenblick.

Der war auch gegeben weil gleichzeitig der Adventmarkt stattfand, der unter den 10 schönsten Europas rangiert.
Rangieren würde, wenn es nach mir geht. Die Stände selbst sind von einer außerordentlichen Vielfalt, die Produkte qualitativ hochwertig, eigene Erzeugungen und inländische Produkte sind Voraussetzung um sich dort für einen der 100 Stände bewerben zu können.

Nur .... Budapest bekommt einen Stern von fünf möglichen was soziales Miteinander betrifft. Alte Menschen auf der Strasse, ich will jetzt den Beitrag nicht in eine europäische Depression verwandeln nur soviel: wer einen Beitrag über Ungarns Obdachlose im Fernsehen sieht, der sollte genau hinsehen. Und beim nächsten Aufenthalt in Ungarn Care Pakete mitnehmen, wir haben ausgeteilt was wir konnten, was ein so krasses Gegenteil war in einem 5 Sterne Hotel Hygiene-Essens-Bekleidungspakete zu packen, dass der Eindruck wahrscheinlich ein Leben lang anhält.

Tipp des Hotels und eindringlicher Rat -- wir sollten ab 17 Uhr wieder im Hotel sein, kein Wunder. Waren wir auch, freiwillig. Und das sicher nicht wegen der Obdachlosen. Dafür gibt es als sehenswerte Attraktion eine so große Vielfalt an Securitybeamten, dass selbst Italien blass wird bei all den Uniformen und Einheiten die sie fantasievoll kreiert haben. Ungarn kann das besser, jede Rolltreppe bei Strassenbahn und U-Bahn wird bewacht, Militärpolizei (fesche Jungs mit roten Mützen) pirscht durch die Gegend. Alles in allem, ein Besuch der Gegensätze.

Aber zum Markt - der war wirklich eine Sensation. Was hier aussehen wird wie Frischblumen ist Keramik, es gibt Schmuck aus Silber, handgeschöpftes Papier, jede Menge Keramik ... Keramik ... und wieder Keramik. Steingut, Porzellan, Antikes, viel Holz, unglaublich viel Genähtes das zu sehr guten Preisen reissenden Absatz fand. Gestricktes wie Schals und Mützen, insgesamt ist es schon die liebevolle Dekoration. Nicht einfach ein Tisch mit einem weissen Tuch und dann die Artikel lässig darauf gelegt -- sondern es war inszeniert, jeder Verkäufer tat sein Bestes.

Wer nicht dort war kann jetzt einen kleinen Eindruck bekommen ---

































Samstag, 27. August 2016

Zurück aus Italien - zurück in den Alltag

Ich musste einiges aussortieren, kramen, kramschen, vorwiegend Papier und statt in den eigenen Gedanken zu versinken habe ich es Steinfest überlassen, mir in 800 Minuten Hörversion, gelesen von Markus Boysen und seiner unaufgeregten Art, trotzdem temporeich, faszinierend und insgesamt unglaublich (was der Zweck des Buchs ist - das Unglaubliche glaubhaft zu machen), die Zeit zu verkürzen.

Und man glaubt nicht, wie schnell 800 Minuten vorbeigehen können  - und wie viele Sack Papier man da anfüllen kann nebenbei, ohne es zu merken.

Auch als Taschenbuch erhältlich, oder eben als Hörversion. Man muss kein Abo bei Audible haben (ich besitze auch keines) - einfach auf Hörbuch klicken, dann öffnet sich ein neues Fenster. Hörbuchpreis ca. 12 Euro. 

4 Waisenblöcke aus einem Tausch lagen auch so nett beisammen, mittlerweilen haben sie schon Sashing und Rand, außerdem eine Rückseite und warten jetzt noch, bis ich ihnen ein passendes, großes Innenkissen besorge. Der Schwede soll große Entenfedernkissen haben, bis 60 x 60 cm, ich denke das wird es werden.



 Den Hexathon, die "Riesenhexis", nähen wir in der Country Rose Yahoo Gruppe, der nimmt schon anständige Formen an und diese Blöcke wirken wie Riesen wenn man gerade noch Kleinteile in der Hand hat. Sehr entspannend!

Gila bringt mich immer auf wollige Ideen, das ist der Anfang meiner Resteverarbeitung der selbstgesponnenen Wolle. Es bleibt immer etwas übrig, jetzt wird im Quadrat gestrickt mit 10 Maschen. Mittlerweile ist es schon ein ordentliches Stück mehr, man strickt und strickt .... vorwiegend am Abend, also eigentlich spätnachts.

Den haben wir heuer in Italien gesehen - was für ein Prachtstück! Multifunktional, also falls wir einmal nach Italien ziehen (und was weiß man schon - wenn ich im Lotto gewinne, wozu ich erst einmal spielen müsste, dann wäre alles möglich), dann kommt so einer in den Haushalt :)

Morgen ist der letzte Urlaubstag - es war zu kurz, eine Woche richtiger Urlaub und zwei Wochen war der Quiltshop anschliessend geschlossen aber der Versand war voll am Laufen, dazu Umstrukturieren, Papierkram (siehe oben ...), das gehört eben alles dazu. Nur mit ein wenig mehr Ruhe als sonst.

Weil wenn man sich nicht ab und zu ein wenig Ruhe gönnt könnte einem leicht der Kopf davonwehen ......
Habt eine schöne Zeit! 
Eure Roswitha